Achtsamkeit im Stress: Wie du deine 8 inneren Stimmen steuerst.
- Alexander Hachmeyer

- vor 5 Tagen
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Ein Mann, eine Insel, ein Volleyball.
In „Cast Away" strandet Tom Hanks allein im Pazifik. Irgendwann bemalt er einen Volleyball mit Handabdruck und Gesicht, nennt ihn Wilson und redet mit ihm. Tagelang. Über Pläne, über Angst, über das Weitermachen.
Beim ersten Sehen wirkt das skurril.

Beim zweiten Sehen wird klar, was da passiert: Er redet mit sich selbst. Laut. Damit er den Kontakt zu sich nicht verliert. Wilson ist kein Gesprächspartner. Wilson ist die Erlaubnis, den eigenen inneren Ton hörbar zu machen. Und das lebt Tom Hanks sehr bewusst aus, hier der Link und ein schöner Einblick/ einen besondere Art mit sich zu kommunizieren:
In diesem Fall hat es sicher geholfen, dass der Hauptdarsteller überleben konnte!
Achtsamkeit beginnt bei dem Ton, in dem du mit dir selbst sprichst. Was heißt das eigentlich, achtsam zu sein?
Am Wochenende saß ich mit meinem Vater zusammen. Er liest diese Briefings seit 20 Wochen mit. Sein Fazit: „Man erkennt immer wieder ein Modell. Und immer wieder eine Haltung, an der man sich orientiert."
Das stimmt. Und es führt zu einer Frage, die ich bisher ausgespart habe: Bevor ich klar mit anderen umgehe, wie gehe ich eigentlich mit mir um?
Achtsamkeit in der Mitte deiner acht Stimmen
Wenn du mit dir selbst sprichst, tust du das selten neutral. Dieselbe innere Stimme kann hilfreich klingen oder überzogen.
Fürsorglich („gönn dir eine Pause") oder überfürsorglich, die dich kleinhält. Strukturierend („pack es Schritt für Schritt an") oder dominierend, die dich antreibt. Kooperativ und selbstbewusst oder angepasst und ängstlich. Spontan und kreativ oder rücksichtslos mit dir selbst.
In der Mitte liegt eine Stimme, die anders ist: der klärende Modus. Dein Erwachsenen-Ich. Sie bewertet nicht laut, sie nimmt wahr, ordnet ein und schaut, was wirklich gerade dran ist.

Die anderen Stimmen sind keine Fehler. Sie sind Orientierung. Achtsam mit dir umzugehen heißt: zu bemerken, welche Stimme gerade das Wort führt, und dann aus dem klärenden Modus zu entscheiden, ob sie recht hat.
Der Triathlet, der nicht zur Ruhe kommt
Ich tausche michregelmäßig mit einem sehr guten Freund im wöchentlichen Call aus. Seit zwei Jahren veröffentlicht er Podcasts auf Spotify und YouTube. Gleichzeitig bereitet er eine Triathlon Langdistanz vor, hat zwei Kinder, und die Mutter seiner Frau steckt gerade in einer schweren Phase.
Er hat den Podcast bewusst depriorisiert. Eine kluge Entscheidung.
Und doch sagt er: „So richtig gut fühle ich mich damit nicht. Ich komme nicht hinterher."
Genau dieses Bemerken ist Achtsamkeit. Er spürt den Ton in sich.
Die Frage ist nur, welche Stimme jetzt das Wort führt. Die dominierende Stimme sagt: „Du ziehst nichts durch." Der klärende Modus sagt: „Du hast bewusst priorisiert. Das war richtig. Der Podcast wartet."
Dasselbe Ereignis. Zwei völlig verschiedene Stimmen.
Dein Werkzeug fürs Wochenende
Wilson ist nicht immer da. Ein guter Freund auch nicht. Wenn es innen laut wird, helfen drei Schritte, um die Regie zurückzuholen:
Bemerken: Welche Stimme spricht gerade mit mir? Fürsorglich oder antreibend? Selbstbewusst oder ängstlich? Welcher Modus führt das Wort?
Bewerten: In den klärenden Modus wechseln. Was würde mein Erwachsenen-Ich zu derselben Situation sagen, nüchtern, sachlich, im Hier und Jetzt?
Sorgen: Gut für dich sorgen, auf erwachsene Weise. Das kann Sport sein, eine Runde Meditation, ein gutes Essen oder ein langer Spaziergang. Keine Pflicht, keine Selbstoptimierung. Eine bewusste Entscheidung.
Die Frage für diese Woche
In welchem Ton hast du diese Woche mit dir selbst gesprochen, und welche Stimme darf am Wochenende mal Pause machen?
Innen klar. Aussen wirksam.
Viele Grüße
Alexander



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